Die Elbe und ihre Nebenflüsse haben den Untergrund Magdeburgs über Jahrtausende geprägt. Fluviatile Sande und Kiese wechseln sich mit bindigen Auelehmen ab, darunter liegt der Magdeburger Buntsandstein. Wer hier baut, braucht Klarheit über die Schichtung – Bohrungen allein zeigen nur punktuelle Ausschnitte. Die Elektrische Widerstandsmessung / VES (Vertikale Elektrische Sondierung) ergänzt das Bild: Sie misst den spezifischen Widerstand des Bodens und erkennt so Wechsellagerungen, die Sättigungszone und potenzielle Störungen, bevor der erste Bagger rollt. In der Altstadt mit ihrer wechselhaften Auffüllungshistorie lassen sich so vergrabene Fundamente oder alte Kellerverfüllungen orten – eine Information, die das Baugrundrisiko massiv reduziert.
Ein VES-Profil erkennt Wechsellagerungen und die Grundwassersättigung auf 50 Meter Tiefe – zerstörungsfrei, ohne einen Kubikmeter Boden zu bewegen.
Technische Details zur Leistung in Magdeburg

Risiken und Überlegungen in Magdeburg
Ein typischer Fehler in Magdeburg: Man verlässt sich auf historische Karten und setzt die Gründung knapp unterhalb der vermuteten Auffüllung an. Die Elbwiesen und die östlichen Stadtteile sind aber durchsetzt von alten Flutrinnen und Torflinsen – organische Weichschichten, die unter Last kriechen und Setzungen über Jahre nachziehen. Ohne flächendeckende geophysikalische Vorerkundung werden solche Linsen oft übersehen. Die VES deckt sie auf, denn Torf und organischer Schluff zeigen markant niedrige Widerstände unter 15 Ωm. Ein fehlender Nachweis solcher Schichten führt zu Setzungsrissen, ungleichen Verformungen und teuren Nachbesserungen. Gerade bei sensiblen Bauwerken wie Klinkerfassaden oder Stahlbetonskeletten ist das ein vermeidbares Risiko.
Unsere Leistungen
Das geophysikalische Messprogramm wird exakt auf die Magdeburger Untergrundverhältnisse abgestimmt. Je nach Fragestellung liefern wir komplette Baugrundmodelle:
VES-Messkampagne
Flächendeckende Tiefensondierung mit 4-Punkt-Anordnung. Inklusive 1D-Inversion, Schichtmodell und geotechnischer Interpretation. Ideal zur Erkundung des Schichtaufbaus vor Gründungsplanung.
Geoelektrische Profilschnitte
Kombination mehrerer VES-Punkte zu einem durchgehenden 2D-Widerstandsmodell. Löst laterale Wechsel präzise auf – wichtig bei der Trassenplanung in heterogenem Baugrund.
Hydrogeologische Standortbewertung
Identifikation der Grundwasserleiter und -stauer über die Widerstandskontraste. Salzfahnen, Süßwasserlinse, Tiefenlage der Stauersohle – alles erfassbar ohne Bohrlochausbau.
Fragen und Antworten
Was kostet eine VES-Messung in Magdeburg?
Die Kosten richten sich nach der Anzahl der Sondierungspunkte und der benötigten Auslagelänge. Für ein typisches Einfamilienhausgrundstück mit zwei bis drei Sondierungen liegt der Aufwand zwischen 510 und 990 Euro. Komplexe 2D-Profile oder Messungen im urbanen Umfeld mit vielen Störquellen liegen darüber. Wir erstellen ein verbindliches Angebot nach Ortsbesichtigung.
Wie tief kann die VES in den Magdeburger Untergrund eindringen?
Das hängt von der maximalen Auslagelänge der Elektroden ab. In Magdeburg arbeiten wir standardmäßig mit Auslagen bis 100 Meter, was Erkundungstiefen von etwa 25 bis 30 Metern ermöglicht. Mit erweiterten Messlinien auf Freiflächen im Osten der Stadt erreichen wir Tiefen bis 50 Meter – ausreichend, um den Übergang vom Lockergestein zum Festgestein des Buntsandsteins sicher zu erfassen.
Kann die VES-Bodenradar oder Bohrungen ersetzen?
Nein, das ist nicht sinnvoll. Die VES liefert ein geophysikalisches Modell – Widerstandswerte, die wir geologisch interpretieren. Zur Kalibrierung und genauen Schichtansprache braucht es mindestens eine Aufschlussbohrung oder eine Schürfgrube. Der große Vorteil: Mit dieser einen Kalibrierung lassen sich die Widerstandsdaten auf die gesamte Messfläche übertragen. So reduzieren Sie die Bohrungen auf ein Minimum und erhalten trotzdem ein lückenloses Baugrundmodell. Mehr Info.