Das Gestänge wird Meter für Meter eingefahren. Über der Bohrlochsohle sitzt die Manschette, dazwischen die Pumpe mit Manometer und Durchflussmesser. In Magdeburg führen wir den Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc und Lugeon direkt vom Bohrgerät aus durch. Die Versuchsanordnung ist simpel. Trotzdem liefert sie genau die Daten, die für jede Wasserhaltung und Versickerungsanlage in den quartären Elbauen und den anstehenden Festgesteinen gebraucht werden. Wir messen den Durchlässigkeitsbeiwert kf unter In-situ-Bedingungen. Kein Laborwert. Keine Schätzung aus der Kornverteilung. Sondern das reale Fließverhalten des Untergrunds. Für Magdeburg mit seinen 240000 Einwohnern und dem hohen Grundwasserspiegel im Urstromtal ist das entscheidend. Bevor eine Baugrube ausgehoben wird, muss klar sein, wie viel Wasser zuströmt. Der Versuch läuft stationär oder instationär. Je nach Schicht wechseln wir zwischen Lefranc im Lockergestein und Lugeon im klüftigen Fels. Eine Kombination, die wir oft parallel zum Sondierbohrgerät für SPT einsetzen, wenn der Schichtenaufbau noch unklar ist.
Ein Lugeon-Wert unter 1 bedeutet praktisch dichten Fels. Werte über 5 zeigen klüftige Abschnitte, die ohne Injektion nicht standsicher sind.
Technische Details zur Leistung in Magdeburg

Risiken und Überlegungen in Magdeburg
Eine Tiefgarage nahe des Magdeburger Doms. Der Aushub reichte bis 6 m unter Gelände. Der Baugrund war heterogen: oben Auelehm, darunter sandiger Kies, dann verwitterter Buntsandstein. Die Wasserhaltung war auf einen kf-Wert von 5·10⁻⁴ m/s ausgelegt. Geschätzt aus der Kornverteilung. Wir setzten den Felddurchlässigkeitsversuch direkt im Kies an. Ergebnis: kf = 2·10⁻³ m/s. Die vierfache Durchlässigkeit. Die vorhandenen Pumpen hätten die Baugrube nie trocken bekommen. Der Nachunternehmer musste die Wasserhaltung neu dimensionieren. Mehrere Tage Verzug. Im Fels darunter zeigte der Lugeon-Test Lugeon-Werte von 8 in einer Tiefe von 9 m. Das Gestein war klüftig und mit dem Hangwasser der Elbe verbunden. Ohne den Test wäre das Wasser von unten eingebrochen. In Magdeburg mit seinem hohen Grundwasserspiegel und den Wechsellagerungen ist der In-situ-Versuch die einzige verlässliche Basis für die Wasserhaltungsplanung. Laborwerte allein reichen nicht.
Unsere Leistungen
Der Felddurchlässigkeitsversuch ist Teil eines umfassenden geotechnischen Untersuchungsprogramms. In Magdeburg bieten wir folgende ergänzende Leistungen an:
Lefranc-Versuch im Lockergestein
Stationärer oder instationärer Test in Sanden und Kiesen. Direkte Bestimmung des kf-Werts für Versickerungsanlagen und Wasserhaltungen.
Lugeon-Test im Fels
Fünfstufiger Injektionsversuch im klüftigen Festgestein. Auswertung nach Houlsby zur Beurteilung der Gebirgsdurchlässigkeit.
Fragen und Antworten
Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Magdeburg?
Die Kosten liegen zwischen €500 und €1030 pro Test, abhängig von der Bohrtiefe und der Anzahl der Testabschnitte. Der Preis umfasst die Packerinstallation, den Pumpversuch und die Auswertung inklusive Protokoll. Bei mehreren Tests in einem Bohrloch reduzieren sich die Kosten pro Test.
Wann brauche ich einen Lefranc- und wann einen Lugeon-Test?
Lefranc wird im Lockergestein eingesetzt: Sand, Kies, Schluff. Sobald der Bohrmeister auf Fels trifft, wechseln wir auf das Lugeon-Verfahren. In Magdeburg kommt das häufig vor: oben quartäre Sedimente, darunter Rotliegendes oder Buntsandstein. Beide Tests in einer Bohrung sind Standard.
Wie lange dauert ein einzelner Testabschnitt?
Ein Lefranc-Test mit konstantem Druck dauert etwa 30 bis 45 Minuten pro Abschnitt. Der Lugeon-Test mit fünf Druckstufen braucht rund 60 Minuten. Die Gesamtdauer richtet sich nach der Anzahl der zu untersuchenden Schichten.
Können Sie den Versuch auch im Grundwasser durchführen?
Ja, das ist der Normalfall. In Magdeburg steht das Grundwasser oft ab 2 bis 3 m Tiefe an. Der Packer wird dann unter Wasser gesetzt und der Test läuft als Injektionsversuch. Die Auswertung berücksichtigt den hydrostatischen Gegendruck.