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Magdeburg
Magdeburg, Germany

Bemessung flexibler Fahrbahnen in Magdeburg: Regionale Erfahrung für langlebige Asphaltkonstruktionen

Die quartären Ablagerungen der Elbaue prägen den Baugrund Magdeburgs entscheidend. Unter den ersten Metern aus Auelehm und weichselzeitlichen Sanden stehen in weiten Teilen des Stadtgebiets tragfähige Elbschotter an, deren Steifigkeit jedoch stark mit dem Verdichtungsgrad und dem Wasserhaushalt variiert. Gerade in den tief liegenden Stadtteilen Buckau und Rothensee beeinflusst ein hoher Grundwasserstand das Verformungsverhalten der ungebundenen Tragschichten massiv. Eine zuverlässige Bemessung flexibler Fahrbahnen setzt daher zwingend eine sorgfältige Analyse der lokalen hydrologischen und bodenmechanischen Randbedingungen voraus, bevor die rechnerische Dimensionierung nach den RStO beginnen kann. Ohne diese regionale Anpassung wird selbst eine nominell korrekte Asphaltdicke im ersten strengen Winter versagen.

Die RStO gibt den Rahmen vor – der Baugrund unter Magdeburgs Straßen diktiert die tatsächlich erforderliche Asphaltdicke.

Technische Details zur Leistung in Magdeburg

Die geotechnischen Verhältnisse zwischen der westlich gelegenen Magdeburger Börde und den östlichen Ausläufern des Flämings unterscheiden sich in Magdeburg teils gravierend. Während in den westlichen Gewerbegebieten oft Lösslehm mit ausgeprägter Frostempfindlichkeit der Klasse F3 ansteht, dominieren im Osten sandig-kiesige Substrate mit deutlich günstigerem Verformungsmodul. Eine seriöse Bemessung flexibler Fahrbahnen muss diese kleinräumigen Wechsel zwingend über ein dichtes Raster von Plattendruckversuchen auf Planumshöhe abbilden. Nur so lässt sich vermeiden, dass eine einheitliche Dickenannahme für das Asphaltpaket in einem Bereich Reserve bietet, während sie fünfzig Meter weiter bereits zu kritischen Ermüdungsrissen in der Asphaltbinderschicht führt. Die Norm verlangt hier keine pauschale Lösung, sondern die ingenieurmäßige Auseinandersetzung mit dem tatsächlichen Untergrund.
Bemessung flexibler Fahrbahnen in Magdeburg: Regionale Erfahrung für langlebige Asphaltkonstruktionen
Bemessung flexibler Fahrbahnen in Magdeburg: Regionale Erfahrung für langlebige Asphaltkonstruktionen
ParameterTypischer Wert
Bemessungsverkehrsstärke (B)Bk100 bis Bk3,2 (RStO 12)
Standardbauweise (Tafel 1, Zeile 1)22–26 cm Asphalt auf Frostschutzschicht
Minimaler Ev2-Wert Planum (OK Unterbau)≥ 120 MN/m² (bei frostsicherem Untergrund)
Frostempfindlichkeitsklasse (ZTV E-StB)F1 (Kies) bis F3 (Schluff, Löss)
Bindemitteltyp DeckschichtAC 11 DS (alternativ SMA 8 S bei hoher Scherbelastung)
Ermüdungsnachweis AsphaltschichtLastkollektiv nach AL Sp-Asphalt, Temperaturmodell Magdeburg
Verdichtungsgrad Tragschicht ohne BindemittelDPr ≥ 100 % (einfache Proctordichte)
Rheologische KenngrößeSteifigkeitsmodul Asphalt (E-Modul) bei 10 Hz und 20 °C

Risiken und Überlegungen in Magdeburg

Ein klassischer Fehler, den wir bei Sanierungsprojekten in Magdeburg immer wieder aufdecken, ist die Vernachlässigung kapillar aufsteigender Feuchtigkeit in den ungebundenen Tragschichten. Gerade im Bereich der alten Elbarme, wo feinkörnige Deckschichten auf grobem Kies lagern, bildet sich oft ein Schichtwasserhorizont, der bei reiner Betrachtung der Oberflächenentwässerung unentdeckt bleibt. Der resultierende Porenwasserüberdruck reduziert die Tragfähigkeit des Planums drastisch, was die rechnerisch korrekt dimensionierte Asphaltschicht innerhalb weniger Frost-Tau-Wechsel durch Netzrisse zerstört. Eine Bemessung flexibler Fahrbahnen ohne begleitende In-situ-Durchlässigkeitsversuche und eine darauf abgestimmte Drainageplanung ist in diesen hydrogeologisch sensiblen Zonen Magdeburgs ein sicherer Garant für vorzeitige Gewährleistungsschäden.

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Anwendbare Normen: RStO 12 – Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen, ZTV Asphalt-StB 07/13 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen für den Bau von Verkehrsflächenbefestigungen aus Asphalt, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen für Erdarbeiten im Straßenbau, DIN EN 13108 – Asphaltmischgut – Mischgutanforderungen, DIN 18317 – VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil C: Verkehrswegebauarbeiten – Oberbauschichten aus Asphalt

Unsere Leistungen

Eine wirtschaftliche Oberbaukonstruktion balanciert Materialkosten und Nutzungsdauer präzise aus. Unsere Leistungen für Magdeburger Verkehrsflächen umfassen:

Dimensionierung nach RStO mit lokaler Anpassung

Ermittlung der Belastungsklasse B aus Verkehrszählung und Prognose, Überprüfung der Standardbauweise auf Abweichungen durch Frostzonenkarte (Zone II) und lokale Baugrundkennwerte.

Qualitätssicherung und Kontrollprüfungen

Durchführung der Eigen- und Kontrollprüfungen gemäß ZTV Asphalt-StB: Hohlraumgehalt, Verdichtungsgrad, Schichtenverbund sowie Griffigkeit der Deckschicht.

Fragen und Antworten

Welche Asphaltdicke ist nach RStO für eine Erschließungsstraße in Magdeburg üblich?

Für eine Wohnstraße der Belastungsklasse Bk1,0 sehen die Tafeln der RStO in Frostzone II eine 18 cm dicke Asphaltkonstruktion auf 30 cm Frostschutzschicht vor. In Gebieten mit Auelehm kann aufgrund der Frostempfindlichkeitsklasse F3 ein zusätzlicher Bodenaustausch unter der Frostschutzschicht erforderlich werden, den die Standardtafel nicht abbildet.

Muss ich bei einer flexiblen Fahrbahn in Magdeburg eine besondere Frosteinwirkung berücksichtigen?

Ja, Magdeburg liegt in der Frosteinwirkungszone II. Das bedeutet, dass die rechnerische Frosteindringtiefe bei etwa 80 cm unter Oberkante Planum liegt. Bei frostempfindlichen Böden (F3), wie sie im Westen der Stadt anstehen, ist eine Verstärkung der Frostschutzschicht oder ein qualifizierter Bodenaustausch zwingend, um Hebungen und spätere Tragfähigkeitsverluste zu vermeiden.

Was kostet die rechnerische Bemessung einer flexiblen Fahrbahn für ein Gewerbegebiet?

Für ein typisches Gewerbegebiet in Magdeburg liegt der Aufwand für die rheologische Bemessung inklusive der erforderlichen Baugrunderkundung und der Plattendruckversuche im Planum je nach Flächengröße und Anzahl der Aufschlüsse zwischen €1.300 und €5.240.

Wann ist ein Ermüdungsnachweis der Asphaltschichten rechnerisch erforderlich?

Ein formaler Ermüdungsnachweis nach den AL Sp-Asphalt ist immer dann zu führen, wenn die Verkehrsbelastung die Belastungsklasse Bk100 überschreitet oder wenn Sonderlasten wie regelmäßiger Gabelstaplerverkehr auf Logistikflächen auftreten. Hier reicht die Standardtafel der RStO nicht mehr aus; die Bemessung muss dann analytisch über Mehrmassenmodelle erfolgen.

Abdeckung in Magdeburg